{"id":7,"date":"2013-08-15T10:45:37","date_gmt":"2013-08-15T10:45:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.helenboemelburg.de\/?p=7"},"modified":"2013-10-15T11:04:00","modified_gmt":"2013-10-15T11:04:00","slug":"die-vorgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.helenboemelburg.de\/?p=7","title":{"rendered":"Die Vorgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir sollten mal&#8230;\u201c, sagte ich sehns\u00fcchtig zu meinem Mann, wenn der Regen in Hamburg wieder von allen Seiten kam und auch von unten. \u201eOui\u201c, sagte er dann. Ich: \u201eStell dir vor! Wir w\u00fcrden dieses gelbe Ding am Himmel wiedersehen, wie hei\u00dft das noch gleich? Das m\u00fcsste doch irgendwie machbar&#8230;\u201c Er: \u201eOui.\u201c<\/p>\n<p>Seit mein Mann mein Mann ist, will ich leben wo er herkommt. Oder besser noch ein bisschen s\u00fcdlicher. In S\u00fcdfrankreich. Wo sich die meiste Zeit des Jahres ein blauer Himmel aufspannt, wo Eidechsen \u00fcber aufgeheizte Mauern flitzen und der Rosmarin f\u00fcr die Lammkoteletts im Garten w\u00e4chst. Das Ganze nicht allzu weit vom Meer entfernt, s\u2019il vous pla\u00eet. \u201eOui\u201c, sprach mein Franzose und telefonierte ein bisschen in der Verwandtschaft herum.<\/p>\n<p>Dann ging alles ganz schnell. Wir erwarteten ein Baby, das zugeh\u00f6rige Elterngeld w\u00fcrde bald wie warmer Landregen aufs Konto nieder kommen und uns freie Zeit kaufen \u2013 und pl\u00f6tzlich gab es da auch ein Haus f\u00fcr uns. Von der Schwester einer Freundin der Tante m\u00fctterlicherseits meines Mannes. Es l\u00e4ge mitten in den Pyren\u00e4en auf einem H\u00fcgel oberhalb eines 330-Seelen-Dorfs. Da sei absolut nichts los, warnte man uns. Wir sollten hinfahren und es ansehen. F\u00fchlt euch aber zu nichts verpflichtet, hie\u00df es. Wir fuhren.<\/p>\n<p>Es war noch Winter, die Berge trugen dicke M\u00fctzen aus grauem Nebel. Im Haus brannte ein Feuer im Kamin, auf dem man ein Schwein h\u00e4tte r\u00f6sten k\u00f6nnen. Die Besitzer, ein franko-deutsches Paar wie wir, f\u00fchrten uns herum; alte Treppen knarrten, himmelblaue Fensterl\u00e4den wurden knirschend aufgestemmt. Schon nach wenigen Minuten ging es um Details: Bei der Toilette handle es sich um eine echte Landtoilette, also ohne Anschluss ans Abwassersystem. Deshalb m\u00fcsse man regelm\u00e4\u00dfig Bakterien ins Klo kippen, die dann den ganzen Schiet und so weiter. Am besten sollten wir das immer am Samstag machen, denn die Bakterien im Tank seien es gew\u00f6hnt, samstags Verst\u00e4rkung zu bekommen. Ach ja, in der Garage st\u00fcnden Skier in allen m\u00f6glichen Gr\u00f6\u00dfen und ein kleines Auto f\u00fcr die Fahrt zum Lift. Der Schl\u00fcssel steckt. Miete? Davon wollten die Besitzer nichts h\u00f6ren. Aber wenn wir im Sommer bitte den Rasen m\u00e4hen und im Herbst den Feigenbaum abernten w\u00fcrden&#8230;<\/p>\n<p>Mein Franzose und ich sahen uns an. Wie jetzt. Dieses Haus, dieser Garten, dieser Ausblick. F\u00fcr uns allein, f\u00fcr ein Jahr. Gibt\u2019s das, so viel Gro\u00dfz\u00fcgigkeit? Wir freuten uns scheckig, kapierten es aber nicht so richtig.<\/p>\n<p>Es wurde Fr\u00fchling in Hamburg, es regnete von unten und von den Seiten \u2013 egal. Wir fr\u00fchst\u00fcckten in Gedanken schon drau\u00dfen vor gro\u00dfem Bergpanorama. Das Baby kam. Und schlie\u00dflich die Zeit der Abreise&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.helenboemelburg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/FRT_5087.jpg\"><img loading=\"lazy\" alt=\"FRT_5087\" src=\"http:\/\/www.helenboemelburg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/FRT_5087.jpg\" width=\"1600\" height=\"1066\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir sollten mal&#8230;\u201c, sagte ich sehns\u00fcchtig zu meinem Mann, wenn der Regen in Hamburg wieder von allen Seiten kam und auch von unten. \u201eOui\u201c, sagte er dann. Ich: \u201eStell dir vor! Wir w\u00fcrden dieses gelbe Ding am Himmel wiedersehen, wie hei\u00dft das noch gleich? 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