{"id":307,"date":"2014-01-08T14:19:45","date_gmt":"2014-01-08T14:19:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.helenboemelburg.de\/?p=307"},"modified":"2014-01-08T14:19:45","modified_gmt":"2014-01-08T14:19:45","slug":"die-ruhe-nach-dem-sturm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.helenboemelburg.de\/?p=307","title":{"rendered":"Die Ruhe nach dem Sturm"},"content":{"rendered":"<p>Feiertage mit der Familie drehen sich ja immer um die gleichen Dinge: Essen, reden, streiten, aufr\u00e4umen. Zwischendurch Spa\u00df haben. So war es dieses Jahr auch bei uns, allerdings potenziert mit dem Faktor 18: Wir waren 13 Erwachsene, 4 Kinder und 1 B\u00e9b\u00e9. Das Haus war voll bis unters Dach. Hier die Zusammenfassung.<\/p>\n<p><strong>Essen<br \/>\n<\/strong>Mein Mann ist nicht der ordentlichste und planvollste auf Erden, aber ein zehnt\u00e4giges Gelage f\u00fcr 18 Leute zu managen war f\u00fcr ihn ein Leichtes. Schon Wochen vor Festbeginn verschickte er eine Excel-Tabelle an alle Teilnehmer mit Wochentagen, Zahl essender Erwachsener und essender Kinder (sie reisten nicht alle am selben Tag an und ab), Men\u00fcfolge, K\u00fcchenteams. Die festlichen D\u00eeners beanspruchte Monsieur selbst zu kochen (und wehe, es versuchte jemand helfend einzugreifen, siehe Punkt &#8220;streiten&#8221;).<\/p>\n<p><strong>Reden<\/strong><br \/>\nDie Franzosen sprachen perfekt franz\u00f6sisch. Und sonst nichts. Was zu bewundernswerten Improvisationen auf deutscher Seite f\u00fchrte: Meine Mutter kramte ihr 40 Jahre altes Schulfranz\u00f6sisch hervor und vermittelte den Rest mit kreativen Gesten und Gesichtsausdr\u00fccken. Mein Bruder und seine Frau sind italophil, leiteten die lateinischen Wurzeln aus dem Italienischen ab und sprachen das nasal und mit franz\u00f6sischer Satzmelodie aus. \u00a0Am Ende konnten alle in beiden Sprachen &#8220;Prost&#8221;, &#8220;mehr&#8221;, &#8220;Rotwein&#8221; und &#8220;danke&#8221; sagen.<\/p>\n<p><strong>Streiten<br \/>\n<\/strong>Oh ja. Und zwar in den universellen Paarungen, die seit Anbeginn der Welt bestehen und \u00a0ewig bestehen werden: Ehemann mit Ehefrau (dar\u00fcber, was B\u00e9b\u00e9 wann essen und nicht essen soll), selbige Ehefrau in ihrer Rolle als Tochter mit ihrem Vater (\u00fcber die Frage, ob man nachts um 3 noch den K\u00fcchenboden wischen muss), Eltern mit Sohn (\u00fcber den Zeitpunkt, wann Letzterer seine Geige holen und vorzuspielen hat), Freundin mit Freund (\u00fcber die angemessene Reaktion auf einen Beinahe-Hundebiss beim Joggen), Schwiegersohn mit Schwiegervater (dar\u00fcber, ob man mit dem teuren Wein kochten sollte), Schwiegermutter mit Schwiegertochter (\u00fcber grunds\u00e4tzliche Fragen der Lebensf\u00fchrung).<\/p>\n<p><strong>Spa\u00df haben<\/strong><br \/>\nWir sind Ski gelaufen und Schlitten gefahren. Wir haben eine gotische Kathedrale besucht, in der ein getrocknetes Krokodil an der Wand h\u00e4ngt (dankbare Gabe eines Pilgers im letzten Jahrhundert). Wir sind durch Wald und Felder spaziert, zu Achtzehnt. Ich habe vier Kinder geschminkt, als Zauberschmetterling mit Glitzer, Zauberschmetterling mit mehr Rosa, als Narbengesicht und als Obi-Wan Kenobi. An Silvester gab es eine n\u00e4chtliche Schnitzeljagd (was jemand mit\u00a0<em>chasse \u00e0 l&#8217;escalope\u00a0<\/em>\u00fcbersetzte und prompt r\u00fcck\u00fcbersetzt wurde als &#8220;Wickelfleischjagd&#8221;). Zwei Teams (Altersgruppe 4 Jahre \/ Altersgruppe 7-8 Jahre) suchten Teile einer Schatzkarte, die im Briefkasten, hinter dem Holzsto\u00df, in einem Autowrack am Feldrand und in einer J\u00e4gerh\u00fctte im Wald versteckt waren. Die Kleinen gruselten sich ordentlich und die jungen Onkels steigerten das noch, indem sie Ger\u00e4usche von Pyren\u00e4enb\u00e4ren, schnarchenden Riesen und Darth Vader machten. Der &#8220;Schatz&#8221; (Silvesterkracher, Papph\u00fctchen und kiloweise S\u00fc\u00dfes) wurde schlie\u00dflich auf einem verlassenen Bauernhof im Plumpsklo gehoben.<\/p>\n<p><strong>Aufr\u00e4umen<\/strong><br \/>\nEs wird noch Wochen dauern, bis die W\u00e4schegebirge abgetragen, alle Legosteine gefunden bzw. weggesaugt und die hier vergessenen Dinge ihren Besitzern zugeordnet und zugestellt sind. Was wir gefunden haben:<\/p>\n<p>1 pinkfarbenes T-Shirt<br \/>\n1 khakifarbenes T-Shirt mit Kassettenrekorder-Motiv<br \/>\n1 wei\u00dfes italienisches Herrenhemd<br \/>\n1 Daunenfederbett<br \/>\n1 einzelner grauer Strickhandschuh<br \/>\n1 M\u00e4dchen-Unterb\u00fcx mit Aufdruck: &#8220;Love &amp; Play&#8221;<br \/>\n1 Lesebrille<br \/>\n1 Ray Ban Pilotenbrille<br \/>\n1 schwarze Baskenm\u00fctze<br \/>\n1 Paar rotweinrote Wollsocken<br \/>\n1 gr\u00fcne XL-Tupperdose<br \/>\n3 Typen Erk\u00e4ltungsviren (Zahl gesch\u00e4tzt), von denen sich mindestens einer bei mir richtig breit gemacht hat, was wiederum das Aufr\u00e4umen erschwert<br \/>\n25 Haargummis (Zahl gesch\u00e4tzt), in diversen Farben<\/p>\n<p>Und jetzt? Haben wir den Post-Feiertagsblues: wir sind ein wenig deprimiert, ein wenig auf Familienentzug. Ein wenig bedauern wir, dass wir nicht noch dieses und jenes zu diesem und jenem gesagt haben. Wir sind ein wenig gl\u00fccklich, dass es vorbei ist. Und ein wenig mehr gl\u00fccklich, dass es passiert ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feiertage mit der Familie drehen sich ja immer um die gleichen Dinge: Essen, reden, streiten, aufr\u00e4umen. Zwischendurch Spa\u00df haben. So war es dieses Jahr auch bei uns, allerdings potenziert mit dem Faktor 18: Wir waren 13 Erwachsene, 4 Kinder und 1 B\u00e9b\u00e9. Das Haus war voll bis unters Dach. Hier die Zusammenfassung. 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